Ideenflug

“Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“, hieß es von Albert Einstein.

Und auch unter diesem Motto starteten wir, Max Overlack und Julian Braun, beide aus der EF, kurz nach den Sommerferien das Projekt „Preflight-Check 2.0“ und nahmen mit diesem Projekt am Wettbewerb „Ideenflug“ der Airbus Group in Berlin teil.

Zu dem Wettbewerb gehört, eine Idee einzureichen, bei der das Fliegen entweder sicherer, komfortabler oder effizienter gemacht wird.

Mit unserer Idee wollten wir den schon existierenden Preflight-Check, welcher zum festen Bestandteil einer Flugvorbereitung gehört, revolutionieren. Beim bisherigen Preflight-Check wird bisher nur die Technik auf Beschädigung geprüft, nicht aber der Mensch auf seine Flugfähigkeit, wie es bei unserer Idee der Fall ist. Unserer Idee nach sollen Piloten nämlich vor jedem Start eines Flugzeugs auf Alkohol und Drogen getestet werden. Dazu war von uns vorgesehen, die Cockpittechnik um ein Drogentestgerät und einen Alkoholtest zu erweitern und diese Geräte mit der Bordtechnik zu verbinden, sodass mit dem Flugzeug nur geflogen werden kann, wenn der Pilot weder unter Alkohol- noch unter Drogeneinflüssen steht. Soweit die Idee.

Wir dachten zunächst mit der Einreichung unserer Idee, dass die Arbeit für uns nun erledigt sei und dass der Rest von der Jury abhängt. Weit gefehlt… Nach einigen Wochen bekamen wir die Rückmeldung, dass wir nach Berlin eingeladen seien, um dort unsere Idee der Fachjury zu präsentieren. Nach dieser Nachricht ging die Arbeit erst so richtig los. Wir entwarfen eine neue Präsentation, schrieben Hersteller von Alkohol- und Drogentestgeräten an und gaben nicht zuletzt auch noch Pressegespräche. Aber es hatte sich gelohnt. Zwar haben wir uns in Berlin nicht unter die ersten Drei platziert, haben dafür aber eine schöne (und bezahlte) Zeit in der Hauptstadt Deutschlands verbracht.

So fuhren wir also am Donnerstag, den 01. Dezember 2016, nach Berlin. Die Fahrt verlief, wie üblich, natürlich mit Stau. Deswegen kamen wir donnerstags abends eigentlich nur noch an, um etwas zu essen und dann in das wunderschöne Bett eines Hostels zu fallen.

Der Freitag war dafür umso spannender. Wir wurden morgens nach dem Frühstück von einem Bus ins Technikmuseum Berlins gefahren, um dort erst einmal unseren Stand mit unserer vorbereiteten Präsentation aufzubauen. Es entstand nach und nach ein ganzer Markt der Wissenschaft, da mit uns noch weitere zehn Teams ihre Ideen der Jury präsentierten. Neben uns gab es Teams, die Überschallflugzeuge effizienter und geräuscharmer konstruierten, die ein Hooverbord bauten und ein Team, welches ein neuartiges Produkt zur Rettung von Menschen, die im Wasser in Not gekommen waren, erfanden. Da auch diese Teams über gute Ideen verfügten, war es also spannend, wer den Hauptpreis oder einen der beiden Sonderpreise für die beste Präsentation oder die originellste Idee nach Hause tragen würde.

Schließlich musste die Idee ja auch noch der Fachjury präsentiert werden. Dies geschah, nachdem die Teams von einem Kamerateam interviewt worden waren. Irgendwann waren natürlich auch wir an der Reihe, einem Piloten, einem Mitarbeiter von Airbus und einem Dozenten der TU Darmstadt, um einige wenige Jurymitglieder zu nennen, zu erklären, was unsere Idee ist und was gerade unsere Idee so auszeichnet. Aber auch das war nach einer Stunde überstanden. Es war allerdings immer noch nicht klar, welches Team gewinnen könnte oder würde. Dies wurde erst bei der auf das Mittagessen folgenden Preisverleihung klar. Und nein, wir haben leider nicht gewonnen. Es waren die Teams, mit den oben genannten Ideen.

Ja gut, ein bisschen Enttäuschung war vielleicht schon dabei, aber es folgte ein weiteres Programm und so gingen wir schließlich mit der ganzen Gruppe in den Bundestag. Wir erfuhren viel über die Arbeit eines Abgeordneten und natürlich auch viel über das Reichstagsgebäude. Dass uns im Technikmuseum Siegmund Ehrmann (SPD Abgeordneter des Wahlbezirks Moers) besucht hatte, war ein weiterer Höhepunkt für uns und sehr nett von ihm. Nun konnten wir aber auch seinen Arbeitsort zumindest ein Stück weit besichtigen. Spannend war es auf jeden Fall.

Zur Abrundung des Tages folgte dann abends noch ein Abendessen im Restaurant „ Die zwölf Apostel“ und dann war auch der Freitag schon wieder vorbei.

Am Samstag folgte dann nur noch die Heimreise zurück durch den Stau. Und prompt zu Hause angekommen, wartete die Arbeit des Nachholens von Unterrichtsinhalten auf uns. Also am Ende hatten wir viel erlebt, dabei aber auch viel Arbeit. Alles, weil wir „leidenschaftlich neugierig“ waren, wie es Einstein beschreiben würde. Na ja, und vielleicht auch ein bisschen, um eventuell einen Preis zu gewinnen.

Wenn ihr übrigens eine tolle Idee habt, wie die Luft- und Raumfahrt verbessert werden kann, könnt auch ihr euch beim Ideenflug natürlich bewerben. Dieser findet nämlich einmal jährlich statt. Bei weiteren Fragen, könnt Ihr uns aber auch gerne ansprechen… | Text geschrieben von Julian Braun, EF