Schüler beim FreestylePhysics-Wettbewerb der Universität Duisburg-Essen aktiv

FreestylePhysics, was bedeutet das eigentlich? Max´ und meiner Meinung nach gute Ideen, viel Vorbereitung, eine Menge Improvisation, aber auch sehr, sehr viel Spaß. Ungefähr das war unsere Abschlussmeinung nach unserer Teilnahme an dem Wettbewerb, der jährlich von der Universität Duisburg-Essen ausgerichtet wird. Zur Auswahl standen uns anfangs fünf verschiedene Aufgaben, von denen wir eine lösen mussten. Wir entschieden uns für die Auf-gabe „Crashtest", bei der wir ein Fahrzeug bauten, welches eine Rampe hinunterfuhr (im 30°-Winkel!) und anschließend frontal gegen eine Mauer prallte. Ziel war es, dass aus einem randgefüllten Becher, der mit unserem Gefährt mitfuhr, möglichst wenig Wasser entwich.

Wir entschlossen uns zunächst, selber zu forschen, gleichzeitig aber auch Lehrer nach ihren Ideen zu fragen. Eine sehr gute Idee kam dabei von Fr. Dr. Völkel und Herrn Duensing, die uns das Prinzip der kardanischen Aufhängung präsentierten. Diese Aufhängung kann mit einer Kompassaufhängung, bei der sich der Kompass immer im Lot zur Erdoberfläche aus-richten kann, verglichen werden. Nach einer Internetrecherche, ob eine solche Aufhängung in unserem Maßstab zu kaufen ist, mussten wir feststellen, dass diese in gefühlt allen Vari-anten, nur nicht in der von uns benötigten Variante zu bestellen ist. Da wir sowieso gerade mit unserem Informatikkurs im FabLab der Hochschule Rhein-Waal waren und einen Work-shop zu der zukunftsträchtigen Technik des 3D-Drucks besuchten, fragten wir dort nach, ob es nicht möglich sei, entsprechende Ringe für die Aufhängung auszudrucken. Nach einigem hin und her war dies dann auch möglich und unsere Ringe waren schon einmal besorgt. Es folgte das Zurechtbohren, -schrauben und -sägen. Dies gestaltete sich äußerst schwierig, da zu unserer privaten Ausstattung leider keine Standbohrmaschine mit entsprechendem Zube-hör gehörte. Wir mussten also mit einem normalen Akkuschrauber versuchen, die Löcher genau im 90°-Winkel zu bohren. Wie bereits erwähnt, eine besonders schwierige Aufgabe, die wir dann aber auch zufriedenstellend meisterten. Es folgte nach dem vorläufig letzten Zusammenbau der erste Test mit ernüchterndem Ergebnis. In unserem mit Wasser gefüllten Becher blieb NICHTS mehr drin. Ok, dachten wir uns, klebten ein paar Schwämme vor das Gefährt und fuhren erneut die Rampe hinunter. Wieder nichts. Ab jetzt filmten wir die Fahr-ten, um feststellen zu können, an welchen Stellen wir noch Dinge verbessern konnten. Es stellte sich raus, dass die Schwämme kaum Widerstand gaben, der Übergang zwischen Rampe und Ebene viele zu ruppig war und die LEGO-Reifen, die wir verwendeten, viel zu instabil waren, um einen solchen Crash Widerstand zu leisten. Also wieder von vorne. Teile abbauen, neue dranbauen und es entstand ein neuer Aufprallschutz, nun mit härteren Schwämmen, die flächendeckender eingesetzt wurden. Außerdem bekam unser „Auto" eine Verlängerung nach vorne, damit die Reifen nicht mehr so belastet werden würden. Nach-dem auch die kardanische Aufhängung blockiert war, damit sie keine Überschläge mehr machte, konnten wir nun zum Wettbewerb fahren.

Wir trafen uns vor Ort mit Frau Dr. Völkel und verbrachten einen spannenden Tag. Dabei stand natürlich unsere Vorführung vor der Jury im Mittelpunkt, eine Laborführung, eine Campusführung und ein Mittagessen ergänzten das Programm aber.

Um 13:15 war es dann schließlich soweit und unsere Startnummer wurde aufgerufen. Die Jury kontrollierte, ob wir auch wirklich alle Grundvoraussetzungen erfüllten und gab uns dann die Freigabe zum Start. Ungefähr 1,9 Sekunden später waren wir dann auch schon wie-der fertig. 37,1 g war das Ergebnis, welches wir erzielten. Nicht besonders toll, aber wenn man sich an unsere Tests mit nahezu null Gramm erinnert, doch ein Erfolg.

Um 15:00 Uhr ging dann die Tombolaverlosung mit anschließender Preisverleihung los. Und obwohl wir natürlich viel Hoffnung in unser Los hatten, gewannen wir leider nicht. Auch bei der Preisverleihung gehörte unser Gefährt nicht zu den besten. Insgesamt dürfen wir dafür aber sagen, dass wir zu den Teilnehmern dieses Wettbewerbs gehörten und sehr viel Spaß bei der Vorbereitung und während des Finaltages hatten. Auch konnten wir viele praktische physikalische Gegebenheiten austesten und feststellen, dass die newtonschen Axiome scheinbar wirklich richtig sind...  | von Julian Braun, EF